Foto- und Videografie auf Motorradreisen

Im Gegensatz zu einem PKW bietet ein Motorrad nur sehr begrenzten Stauraum. Zusätzlich zählt jedes Gramm. Man braucht also eine komplett andere Strategie für die Motorrad-Reisefotografie. Kommt dann noch ein Zelt in die Gleichung, so steht man spätestens beim ersten leeren Akku vor einem echten Problem. Und Akkus sind heute schneller leer als früher, denn statische Fotos werden mehr und mehr durch Videos ersetzt, die an den Akkus zerren.

Dies Thema ist natürlich ein No-Brainer, wenn ihr zu den Menschen gehört, die ausschließlich mit dem Smartphone fotografieren und filmen. Klappt bei guten Lichtverhältnissen redlich gut, soll aber hier nicht zum Thema werden.

Die folgenden Zeilen sollen helfen, Probleme auf der Motorradreise zu erkennen – und – im Idealfall – gleich zu vermeiden.

Anspruch und Wirklichkeit

Bevor man losfährt, sollte man sich darüber klar sein, was man überhaupt erreichen will. Geht es um die Dokumentation einer schönen Reise, oder geht es um den künstlerischen Anspruch einer jeden Aufnahme. Dazwischen liegen Welten. Bei Ersterem lebt man mit dem, was man gerade vorfindet. Also ungünstige Mittagssonne, Dunst, Regen oder einer Traube von Bustouristen vor dem malerischen Wasserfall. Fotografiert man mit hohem Anspruch, so braucht ein Siegerfoto vielleicht den halben Tag, und dieser beginnt um 4 Uhr in der Früh oder endet mit der blauen Stunde kurz vor Einbruch der Dunkelheit. Sieht man mal von einem Michael Martin ab, der hochprofessionelle Fotografie mit Reisen auf einem Motorrad verbindet (wobei man nie weiß, wie groß der LKW für die Ausrüstung ist, der gerade nicht mit im Bild ist), so bleibt für uns bürgerlichen Rest nur das Erste. Ambitioniertes Knipsen von dem, was gerade da ist. Schließlich will man ja auch noch voran kommen.
Zählt man hingegen zu den echten Fotografen, so sollte man besser alleine auf Reisen gehen – oder zusammen mit Menschen, die Fotografie mit gleicher Inbrunst betreiben und leben.

Paradigmenwechsel

Zwischen 1975 und 2017 war ich immer mit einer DSLR unterwegs, und habe den Schwerpunkt auf die Fotografie gelegt. Im Topcase 8 kg Ausrüstung, die ich auf vielen Reisen teils ungenutzt durch die Gegend geschaukelt habe. Im Gegensatz zur Planung der Reise, welche meist in den unkommoden Wintermonaten statt findet, hat man im Feld vielleicht gerade nur wenig Lust, tatsächlich das Objektiv zu wechseln, einen Filter aufzuschrauben oder den Blitz hervor zu kramen. Diese Momente persönlicher Faulheit habe ich bei mir auf mehreren Reisen entdeckt – und es ist mir immer erst zu Hause aufgefallen, wo es mich dann geärgert hat. Gleiches gilt für Video. Ich habe lange Zeit in die Suche nach guten Montagepunkten für meine Action Cams am Fahrzeug investiert, um dann im Feld zu fault zu sein, die fummeligen Halter tatsächlich an zu schrauben. Deshalb gilt für mich in Zukunft: Weniger ist mehr. Kein Halter wird mehr umgeschraubt, alle sind sofort und immer einsatzbereit. Click & Go. Dann wird‘s nämlich auch gemacht.

Die wesentlichste Änderung war wohl der Wegfall meiner DSLR. Alex, mein Begleiter auf den letzten 2 Reisen, brachte mich auf die Idee, eine Kompaktkamera zu erwerben, welche sämtliche Brennweiten von 24-480 mm (Leica Optik) in einem Gehäuse mit 1“ Sensor mitbringt. Plant man letztendlich ein Full HD Video, so erreicht man mittels 4K Aufnahme sogar eine Brennweite bis 960mm. ND-Filter (¼, 1/16, 1/64) sind per Tastendruck zuschaltbar, und die ausgefuchsten Videofunktionen mit butterweichen Blendenfunktionen stellen jede hochpreisige Nikon– oder Canon DSLR locker in den Schatten. Focus- und Exposure Stacking, Dolly-Zoom, Touch-Focus, statische Schwenks, verschleißfreier elektronischer UND mechanischer Verschluss, Bitraten bis 200 Mbps, Sucher UND Touch-Display, Raw-Fotografie und Video mit flachen Bildprofilen für späteres Color-Grading, Focus-Peaking, Histogramme, HDMI-Ausgang für unkomprimierte Aufnahmen, 966 Gramm betriebsbereit, kein Objektivwechsel, kein Gefummel – ready to go – und dies für weniger als EUR 1.000,-. Nachdem ich Aufnahmen der Panasonic Lumix FZ2000 mit denen meiner Nikon D750 verglichen habe, habe ich meine komplette Nikon Ausrüstung sofort verkauft. 40 Jahre Abzocke durch völlig überteuerte Produkte haben mich endlich geläutert. Wenn die (noch)-Platzhirsche der Szene (Nikon/Canon) sich nicht schnell etwas einfallen lassen, wird sie bald die gerechte Götterdämmerung ereilen.

Da jetzt plötzlich mein Topcase halb leer, und meine Taschen durch Verkauf der Nikon gut gefüllt waren, habe ich mir einen weiteren Traum erfüllt. Eine reisetaugliche Kameradrohne, die DJI Mavic Pro, wird mich in Zukunft begleiten, und ganz neue Perspektiven eröffnen.

Was ist auf den meisten Reisen oft überflüssig?

  • Systemblitz/Video-Leuchte: Durch integrierten Kamerablitz und hohe, immer noch rauschreduzierte ISO, sowie die Möglichkeit der Rauschreduzierung in der Postproduktion muss man nicht wirklich für die wenigen Momente einer Reise mit schwachem Licht vorbeugen. Motorrad-Reisen finden i.d.R. in den hellen Sommermonaten statt. Viele Indoor Attraktionen verbieten den Einsatz von Blitz und/oder Videoleuchten. Es macht also Sinn, sich vorher mit Available-Light Fotografie auseinander zu setzen.
  • Fummeliges Kamerazubehör für Spezialfunktionen. Jeglicher komplexer Setup bleibt i.d.R. aus Bequemlichkeit im Feld auf der Strecke. Meine persönliche Erfahrung. Mag bei euch anders sein.

Brauche ich ein Stativ?

Ein Stativ nimmt viel Platz ein. Für viele Bereiche der Fotografie ist es nicht mehr unbedingt erforderlich, oder lässt sich ggf. durch einen Bohnensack ersetzen. VR-Objektive erlauben heute auch handgeführte Aufnahmen mit langen Brennweiten. Selbst verwacklungsfreie Nachtaufnahmen werden durch moderne Kameraprogramme, wie Handheld night shot (in Grenzen) möglich. Unabkömmlich ist ein Stativ hingegen bei Astro- oder Langzeitfotografie, sowie Aufnahmen, bei denen man selbst mit auf‘s Bild möchte.

Meint man jedoch Video ernst, so kommt man nicht wirklich ohne aus. Sobald es an‘s Schwenken oder Pannen geht, stößt auch die beste Bildstabilisierung an ihre Grenzen. Mit einem Trick bekommt man aber auch sanfte Schwenks ganz ohne Stativ und Stabilisierung hin. Man filmt dazu in 4K und hält die Kamera statisch auf ein Motiv. 4K bietet doppelte Breite und Höhe von FHD, so dass man einen sanften Schwenk durch Abfahren des Bildes in der Postproduktion erzielen kann. Dieser Trick wird in vielen Natur- und Reisedokumentationen angewandt. Ich filme deshalb zukünftig in 4K, und puhle mir die interessanten Bereiche später raus. Ein Stativ nehme ich trotzdem immer mit.

Unterbringung / Transport

Abhängig vom Umfang der Ausrüstung bieten sich zwei Orte an, um die Kameraausrüstung zu transportieren. Tankrucksack oder Topcase. Letztendlich bietet hier der Tankrucksack nur einen einzigen Vorteil. Man kann ein Foto schießen, ohne vorher abzusteigen. Ich kann mich allerdings nur an wenige Motive erinnern, die aus der Sitzperspektive ähnlich attraktiv waren, wie aus dem Stand nach kurzem Gehen. Menschen, die für ein Foto nicht absteigen, könnten wahrscheinlich auch die Kamera ganz zu Hause lassen, und mit dem Smartphone fotografieren. Sie würdigen schlicht das Foto nicht.

Ansonsten hat der Tankrucksack nur Nachteile. Schon die kürzeste Pinkelpause genügt, um die teure Kamera durch Diebstahl zu verlieren. Auch die Dichtheit gegen Wasser (und/oder kondensierende Feuchte) muss man in Frage stellen. Der wohl wichtigste Aspekt ist aber ein anderer. Auf einem Motorrad kann man verunfallen, und ich möchte bei einem Aufprall nicht unbedingt mit den Klöten an einer DSLR mit aufgepflanztem 300 mm Objektiv hängen bleiben, während ich den Abgang über den Lenker vollführe.

Ein Topcase ist wasserdicht und verfügt über eine gewisse Einbruchsresistenz. In sicheren Reiseländern (Nord- und Nordwesteuropa) lasse ich die Ausrüstung sogar über Nacht im Topcase. Sie ruht dort komplett in einem gut gepolsterten Fotorucksack, den ich mit einem Griff entnehmen kann, um mir Motive auch mal zu erwandern. Auch hier gilt: Kein Hantier – oder es wird nicht gemacht.

Ladestrategien

Nächtigt man im Hotel, so ist dieses Kapitel weitgehend überflüssig. Reist man jedoch mit Zelt und Schlafsack, so muss man sich sehr wohl Gedanken über das Laden der diversen Geräteakkus machen. Action Cams, Smartphone und/oder Tablet sind mit ihrem 5V Bedarf weitgehend unproblematisch. Systemkameras und DSLR sowie die Flugakkus einer Drohne sind da schon anspruchsvoller, da die Ladespannung (und der Strom) schon deutlich höher liegen. Die Ladegeräte, die mit den Produkten kommen, sind nur in seltenen Fällen auch für‘s Laden aus der Bordsteckdose geeignet. Zum Glück gibt es ein reichhaltiges Zubehörprogramm von Drittherstellern (zumeist aus China). Die Bordsteckdose einer BMW R1200 GS/K50 liefert bis zu 60W, genug also, um mehrere Akkus parallel zu laden. Dazu nutze ich ein kurzes Kabel mit DIN-Stecker auf der einen, und doppelten Zigarettenanzünderbuchsen auf der anderen Seite, welches ich in den Tankrucksack führe. In einem Port steckt ein Doppel-USB Lader, der sich um die 5V Geräte bemüht, den anderen nutze ich während der Fahrt für die Ersatzakkus der Systemkamera oder Drohne. Um zu verhindern, dass die Ladeadapter während der Fahrt aus den Ports rutschen, sichere ich sie mit Isolierband. Mit dieser Methode hatte ich immer volle Akkus auf meiner 14-tägigen reinen Campingtour durch die britischen Brexit Regionen. Ich hatte zwar mein 6m Camping Kabel dabei, musste es aber nie verwenden.

Beachten sollte man, das die Bordsteckdose nach 15 Minuten Zündung-aus abschaltet. Dies tut sie nicht ohne Grund. Niemand möchte am Morgen danach feststellen, dass der Drohnen Flugakku zwar voll, aber die Starterbatterie dafür jetzt leer ist. Also besser während der Fahrt laden.

Backup Strategien

Früher hatte ich keine Backup-Strategie, sondern nur einen größeren Vorrat an Speicherkarten – zusammen mit einem stets mulmigen Gefühl. Zeitgenössische Speicherkarten sterben gar nicht so selten, und dann ist alles futsch. Auch Action Cams und Drohnen können schnell und final verloren gehen. Ein vollwertiges Notebook für Datensicherungen ist mir zu schwer und zu empfindlich, aber ein Tablet und/oder Smartphone habe ich immer dabei. Da ich die SD Speicherkarte des Androiden nicht antasten will, bleibt nur die Kopie von einer USB-Device zu einer anderen. Z.B. von einem mobilen Kartenleser zu einer mobilen Festplatte. Dies erfordert einen sogenannten USB-OTG Hub mit eigener Stromversorgung. Als solche missbrauche ich einen der leistungsfähigen Flugakkus der Drohne (erspart eine Powerbank). Ist alles korrekt verbunden, so führt mein Handy mit Android-Bordmitteln die Datensicherung durch. Dabei sollte man beachten, dass ältere Android Versionen (<6) wohl noch keine ExtFat formatierten Karten lesen können. Mit Zusatzsoftware soll dies aber auch gehen. ExtFat kommt i.d.R. bei Medien > 32 GB. Zum Einsatz. Mein Android 7 kommt ab Werk mit allen wesentlichen Formaten klar.
Der Backup großer Medien dauert seine Zeit – ist also eine ideale Operation für den Abend oder die Nacht. Gesicherte Speicherkarten formatiere ich nicht neu, sondern nutze sie weiter, bis sie voll sind. So habe ich am Ende jede Datei doppelt, und eine zusätzliche Sicherheit gegen mögliches Ableben der mobilen Festplatte.
Auch beim Backup gilt: Fummelkram vermeiden – sonst macht man‘s nicht. Man sollte es auch vorher mal ausprobiert haben, denn später im Zelt löst man eventuelle Probleme eher selten.

Action Cams – an Fahrer und Bike

Jetzt besitzt man eine, zwei oder drei Action Cams, und will ansprechende Fahrszenen für die Ewigkeit konservieren. Wenn man ein böser Mensch ist, auch für YouTube, wo es bereits Millionen langweiliger Straßenkilometer (3 Stunden geradeaus durch die Niederlande) gibt. Durch großen Schmerz lernt man, dass Aufnahmen aus nur einer Perspektive öde sind wie das Betrachten trocknende Farbe. Von Schnitten lebt der Film – dies erfordert sehr viel Arbeit mit anspruchsvoller Software. Aber dies soll hier nicht das Thema sein. Hier geht‘s um das wo.

Am Fahrer

Anfangs scheut man davor zurück, einen Klebehalter an der teuren, neuen Helm zu kleben – und begeht damit gleich den ersten Kardinalfehler. Die mit Abstand beste und ruhigste Kameraperspektive ist am Helm, seitlich rechts/mittig angebracht, und so ausgerichtet, dass Teile des Helms noch im Bild sind. Letzteres ist wesentlich, denn ruhende (Helm mit Nase) und bewegte Teile (Gegend) im Bild ergeben erst den ansprechenden Look.
Ein zweiter Klebehalter – oben, mittig auf dem Helm – führt zu ähnlich ruhigen Aufnahmen, und ist ideal, um nachfolgende Kumpel zu filmen. Auch in diesem Fall sollte das statische Heck des eigenen Fahrzeugs mit auf dem Bild sein. Man sieht dabei allerdings aus wie ein Vollhorst – sollte also weitgehend schmerzresistent sein (da, wo ich gerade bin, kennt mich eh niemand).
Klebehalter lassen sich übrigens mit einem Fön rückstandslos entfernen. Eine Sicherungsleine (ich nutze Schnürsenkel) sichert die Cam gegen Versagen des Klebehalters. Bei mir hat jedoch noch nie einer versagt.
Die dritte, geeignete Kameraperspektive entsteht mittels Brustgurt. Nutzt man sie, so sollte die Scheibe halbwegs transparent und geputzt sein. Achtung: Auf diesen Aufnahmen kann man den Tacho ablesen.

Die Positionen sollte man nicht als einmalige Alternativen verstehen, sondern sie zumindest wechselnd nutzen, wenn man nur über eine Cam verfügt. Hat man mehrere, so nicht die Klappe (z.B. in die Hand klatschen) vergessen, an Hand derer man später die Multicam-Schnitte zeitsynchron ausführt. Fährt man im Rudel, mit ebenfalls filmenden Kumpels, so sollten sich diese im Hörbereich der Klappe befinden.

Das war‘s denn auch schon mit den Montagemöglichkeiten am Fahrer. Vom Neopren-Kopfgurt als Ersatz für die Klebehalter sei dringend abgeraten. Meine erste Cam war damit nach der ersten Probefahrt Geschichte – sie war sehr leicht im Abgang. Zum Rumlaufen hingegen ist er geeignet. Hat die Cam einen Verwacklungsschutz, werden Aufnahmen im Gehen halbwegs erträglich.

Am Fahrzeug

Anfangs neigt man gerne dazu, an jeder Schraube oder an jedem Teil des Rohrrahmens eine Cam anzubringen. Kann man auch, wenn man damit leben kann, dass die Aufnahmen dann scheisse werden. Merke: Es gibt keinen schwebungsfreien und geeigneten Haltepunkt am Fahrzeug. Nur weil es einen Ram-Mount Halter für die Zündfunkenrückholfeder gibt, heisst dies noch lange nicht, dass es da auch funktioniert. Werbung lügt. Punkt. Die feinen Vibrationen überfordern den Codec der Kamera, der sie zwangsläufig als Bewegung wahr nimmt, die es gilt, aufzuzeichnen. Auch ein eigenes Gimbal für diese Aufgabe oder der kamerainterne Verwacklungsschutz besserer Action Cams lindern den Schaden nur begrenzt. Zum Glück gibt es Punkte am Fahrzeug, die meiner Erfahrung nach weniger unter den Schwebungen leiden:

  1. Montiert an den Lenkerendgewichten (optimal) oder per Adapter am Montagepunkt der Spiegel. Dieser Montagepunkt klappt sehr gut, solange man die Hand am Lenker lässt. Der Körper fängt hierbei einen großen Teil der Vibrationen, und dämpft sie somit.
  2. Montiert auf gefülltem Gepäck (Koffer, Topcase). Dieser Montagepunkt funktioniert nur, wenn das Gepäckstück gefüllt ist – z.B. mit gut dämpfenden Klamotten.
  3. Am Sturzbügel für bodennahe Perspektiven: Hier bekommt man die Schwebungen nicht weg, aber man nutzt die Aufnahmen nur für sekundenlange Zwischenschnitte, bei denen die Augen der Betrachter nicht genug Zeit haben, den Makel der Aufnahme zu erkennen.

Action Cams – Die Vorbereitung

Es gibt Menschen, die filmen jede Sekunde ihrer Urlaubsreise mit, und kommen schließlich mit 2 Terabyte an Aufnahmen wieder nach Hause. Diese Aufnahmen bleiben YouTube oft erspart, da niemand die Zeit und Lust hat, tagelang das Material zu sichten, oder gar zu bearbeiten. Kurz gesagt: Die falsche Taktik. Viel besser ist es, zu wissen, WANN sich eine Action Cam lohnt. Dazu plant man seine Tour z.B. mittels Google Maps/Streetview, und weiß danach genau, auf welchen Kilometern sich Aufnahmen lohnen.

Action Cams – besondere Gefahren

Ich fuhr einst meine abendliche Runde um den Hausberg, als ich auf zwei Biker stieß, die ein Kamerastativ am Straßenrand postierten. Neugierig hielt ich mit etwas Abstand an. Nach kurzer Zeit kam ein dritter Biker angerauscht, der sich kurz vor der Kameraposition scheppernd in die Topologie verabschiedete. Er hat es überlebt, und ist jetzt um eine Erfahrung reicher. Zwischen toll auf dem Action Cam Video rüber kommen und zum Gelächter der Welt zu werden liegt oft nur etwas Grip, und sei es fehlender. Soll heißen: Geht keine besonderen Risiken ein, nur weil ihr oder andere euch gerade filmt.

Action Cams – der Ton

Egal, wo man die Kamera(s) anbringt, die Tonaufzeichnung der internen Mikrofone wird durch Windgeräusche unbrauchbar, sobald man die 10 km/h Grenze überschreitet. Bessere Cams unterstützen ein externes Mikrofon am USB-Port. Meines hat in China EUR 2,55 gekostet. Verlegt man dieses in irgend einen Innenraum des Bikes, so hat man später eine perfekte Tonspur.

Grundsätzliches

Reine Motorrad Fahrszenen sind i.d.R. grottenlangweilig, zumindest wenn sie länger als 30 Sekunden dauern. Viel besser ist es, Material aus vielen Quellen (Action Cam, Systemkamera, Drohnenkamera, notfalls auch Smartphone) zu einer Geschichte zusammen zu schneiden. Dörfer, Städte, Details eurer Reise, ein Fußmarsch, gefilmt mit der gimbalstabilisierten Drohnenkamera – auch ohne dass diese fliegt. Und plant eine Nachbearbeitung von mehreren Tagen ein. Will man diese nicht aufbringen, so besser gleich die Finger vom Thema lassen.

Meine Ausrüstung für zukünftige Reisen

Im Topcase

Verpackt in Fotorucksack (mit einem Griff entnehmbar, Gewicht < 3 Kg):

1x Panasonic Lumix FZ2000 Systemkamera
1x DJI Mavic Pro 4K-Kameradrohne mit 3-Achsen Gimbal
1x DJI Mavic Fernbedienung
1x Tragegriff für DJI Mavic (Missbrauch als normale Videokamera mit Gimbal = Glidecam)
3x Ersatzakku für Panasonic Systemkamera
2x Ersatzakku für DJI Mavic Pro
1x ND Filtersatz für DJI Mavic Pro (ND4, ND8, ND16, ND32)
diverse Speicherkarten für alle Kameras
1x Regenhaube für Fotorucksack
1x Start/Landepad für Drohne, ausfaltbar
1x Kamera Reinigungskit/Blasebalg
1x Mikrofon mit Dead-Cat Windschutz
1x Kindle (mit Dokumentation zum Bike und allen Gimmicks, die man dabei hat).

zusätzlich

1x Reisestativ Cullmann Nanomax 450
1x Tablet Computer inkl. OTG Hub mit integriertem Card-Reader
1x mechanische Eieruhr (für grandiose Timelapse-Schwenks mit Action Cam)

Im (aufgepumpten) Vario Topcase bleiben danach noch viele Platzreserven.

Im Tankrucksack

1x YI 4k Plus Action Cam (für die jeweilige Hauptperspektive)
1x ISAW A3 Extreme FHD Action Cam (für die bessere Nebenperspektive)
1x Medion MD 87205 FHD Action Cam (für kurze Schnitte aus niedriger Perspektive)
2x Ersatzakku für YI 4K Plus inkl. Ladeschale 12/240V
1x Ersatzakku für ISAW A3, inkl. Ladeschale 12/240V
1x Ersatzakku für Medion Action Cam, inkl. Ladeschale 12/240V
1x Brustgurt für Action Cams
1x Kopfgurt für Action Cams
1x Dual-Zigarettenanzünder Adapter vom/zum DIN Bordnetz
1x 5V Lader für Zigarettenanzünder-Buchse (mobiles Laden von 1-4 Geräten mit 5V)

Irgendwo im restlichen Gepäck

1x DJI Ladehub für 4 Batterien + Controller
1x Lader für Panasonic Kamera (auch über 12V Bordstrom betreibbar)

Soviel dazu – genießt eure nächste Reise!

  • Ist alles eine Frage des Anspruchs. Ich erledige alles mit einem iPhone 6 Plus und einer GoPro 6. Zusammen keine 250g und fast ohne Platzbedarf im Gepäck. Zuhause kuckt man sich das dann einmal an und plant danach die nächste Reise. So ein Bohei würde mir den ganzen Spaß am Motorraffahren verderben. Aber jeder wie er mag.

  • Es ist mehr als offensichtlich, daß du nicht zur Zielgruppe dieses Artikels zählst. Mir hat er sehr geholfen, auch wenn ich manches anders angehe.

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