Whiskas - abgelehnt

Wir haben seit etwa 15 Jahren Katzen – unsere Stinker. Genauer: 4-5 Stinker halten sich zwei Menschen. Sie tun dies, da Menschenhände geeigneter sind, den Ring-Pull einer Katzenfeuchtfutterdose zu öffnen, als Katzenkrallen, deren wesentlicher Zweck darin besteht, irgend etwas mit Spaß kaputt zu machen.

Unsere Katzen sind eher bürgerlich. Sie pfeifen auf Stammbaum und edle Vorfahren, und sind in der Wildnis unserer ruralen Umgebung geboren und aufgewachsen. Zwei von ihnen sind irgend wann einfach zur Türe rein marschiert, und haben beschlossen, Haus und Inventar an sich zu reißen, und zu bleiben. Krusti – eine echte Wildkatze (im Gegensatz zu einer wilden Hauskatze) – kommt nur zum Schlafen und Fressen rein, durchstreift ansonsten die nahen Felder und Schuppen auf der Suche nach jagenswerter Beute – oder um Sex zu haben.

Neben unseren eigenen Katzen verköstigen wir auch einige wilde Katzen aus der Nachbarschaft. All diese Katzen eint eine Tatsache. Sie fressen eigentlich alles. Und sie scheinen schmackhaftes Katzenfutter einer Bio-Maus vorzuziehen. Unsere Hauseigentümer bringen zwar noch ab und an eine Maus ins Schlafzimmer, aber sie verspeisen sie nicht mehr.

Seit Anfang an stammt unsere Grundversorgung von der Gourmet-Kette Aldi-Süd. Die 200 und 400 g Dosen kaufen wir grundsätzlich palettenweise. Je Dosengröße gibt es 4 Geschmacksrichtungen, und man weiß schnell, welche es davon auszusortieren gilt. Genau diese aussortierten Geschmacksrichtungen stapeln sich dann bei Aldi bis unter die Decke, und man fragt sich, warum die Markt-Manager(Innen) dies nicht mal an den Einkauf melden, um entsprechende Fehlkäufe zu vermeiden. Tun sie aber nicht, seit 16 Jahren. Nicht alles von Aldi mundet unseren Stinkern gleich gut. Die 100 g Folienbeutel scheinen nicht so der Hit. Auch sie werden weg gespachtelt, aber immer erst, wenn nichts anderes mehr da ist.

Abgesehen von BMW war ich noch nie markengläubig. Plärrende Werbung schalte ich binnen Sekundenbruchteilen aus, und Werbung, die mich trotzdem nervt, bestrafe ich durch Kaufverweigerung genau dieses Produkts. Das klappt bei fast allem – außer Katzenfutter.

Natürlich möchten wir unseren geliebten Katzen auch mal Abwechslung bieten, und so greifen wir bei Katzenfutter Sonderangeboten in anderen Supermärkten reichlich zu. Kittekat, Whiskas, Felix, Winston, fit+fun und viele andere mehr, mal als Folienbeutel, mal als Dosenware. Dazu auch schon mal Trockenfutter, für den kleinen Hunger zwischendurch. Im Laufe der Jahre kristallisiert sich dann heraus, welche Sorten begeistert gefressen werden, und welche nur mit gewissem Grundekel.

Zu letzteren zählt zweifelsohne Kittekat. Egal in welcher Ausprägung, ob trocken oder feucht, es wird gefressen – aber es mangelt an Begeisterung. Besonders lustig ist Kittekat aus den 100 g Folienbeuteln (egal ob Gelee oder Ragout). Nichts scheint sich besser zu kotzen. Unzählige male habe ich unserem 14 jährigem Premiumkater Luitpold (Rufname Looouuuuuui!!) dabei zugeguckt, wie er Kittekat verputzt hat, um es exakt 10 Minuten später oral und großflächig über die Auslegeware zu verteilen. Kotzen ist für Katzen nix ehrenrühriges. Sie tun es eigentlich ganz gerne, und fördern dies sogar durch den Konsum von Gras im Garten. Ich vermute, Kittekat besteht zu weiten Teilen aus Gras. Aber Kittekat soll hier nicht das Thema werden. Heute soll es um Whiskas gehen.

Trockenfutter von Whiskas scheint ok, und wird ohne zögern konsumiert. Die 100 g Folienbeutel werden geduldet, aber nicht mit Begeisterung gefressen.

Letztens kam Katrin begeistert mit zwei ganzen Paletten Whiskas 400 g Dosen nach Hause. Zwar grenzwertig teuer, aber wir hatten sie schon lange nicht mehr verfüttert – und somit längst wieder vergessen, dass dies eigentlich noch nie geklappt hatte.

Morgens und abends gibt‘s bei uns drei Sorgen Feuchtfutter und einen Napf Trockenfutter. Whiskas aus der 400 g Dose bleibt immer unberührt. Selbst brutale Tests, zu denen ich mich dann immer genötigt fühle, blieben ohne Erfolg. An manchen Tagen habe ich ausschließlich Whiskas hin gestellt, und wurde belohnt durch 4 mies gelaunte Katzen, denen der Magen knurrte. Das Futter blieb unberührt im Napf. Selbst die wilden Katzen aus der Nachbarschaft, die sonst alles weg spachteln, was man ihnen raus stellt, rühren diese Pampe nicht an. Reproduzierbar über viele Jahre.

Jetzt leben wir in Zeiten, in denen die Industrie bemüht ist, das Produkt „Schlachtvieh“ vollumfänglich zu nutzen. Knochen und Ohrknorpel kommen mit ins Hackfleisch, aus den Augen macht man Pingpong Bälle und aus den Schließmuskeln der Schweine wahrscheinlich Ringe für Duschvorhänge. Da bleibt am Ende für Tierfutter nix mehr übrig. So scheint es zumindest bei Whiskas zu sein.

Keine Ahnung, was die Mars GmbH in Verden an der Aller in ihre 400 g Dosen pörkelt – zum Genuss durch Katzen scheint es zumindest nicht geeignet. Öffnet man eine dieser Dosen, so guckt man in eine graue Masse, die verdächtig an Fensterkit erinnert. Fensterkitt duftet jedoch angenehmer, und wäre auch deutlich teurer. Angesichts des einschlagenden „Erfolgs“ von Whiskas Katzenfutter aus der 400 g Dose fragt man sich, ob es sich dabei nicht um eine getarnte Verklappung von Sondermüll handelt. Sind diese Dosen gar der Endlagerort der verstrahlten Tschernobyl Molke aus 1987? In der Dose, die in großen Lettern mit dem Wort „Lachs“ versehen ist, befinden sich laut Packungsbeilage „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Getreide, Fisch und Fischnebenerzeugnisse (u.a. 4% Lachs). What the hell ist ein „Fischnebenerzeugnis“? Ist es womöglich das, was ein Fisch so ausscheidet? Das einzige, was eigentlich auf der Dose fehlt, wäre ein Hinweis: „Äußerlich anwenden“. Das wäre ehrliches Produktmarketing gemäß Europäischem Reinheitsgebot.

Auf den Dosen steht eine Fütterungsempfehlung: „Eine Katze (4kg) benötigt täglich 2/3 einer Dose“. Kein Wort jedoch über den Trick, den Mist auch in die Katze rein zu kriegen.

Wer mag, kann sich gerne und kostenlos zwei Paletten Whiskas Katzenfutter bei uns abholen. Pro Sorte fehlt nur eine Dose, deren Inhalt in der Restmülltonne gelandet ist. Vielleicht gibt es ja Dosensammler. Hübsch bunt sind sie ja.

  • Kann dies nur bestätigen. Unsere 4 Katzen rühren Whiskas Futter aus der großen Dose auch nicht an. Und sie sind auch eher „bürgerlich“ 🙂

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